Wozu braucht es die Kammern?

Das Prinzip der Selbstverwaltung ist einmalig und ein hohes Gut. Nur durch die ihm folgende Aufteilung der Verantwortung k├Ânnen die Heilberufe ihre berufsrechtlichen Vorgaben und Angelegenheiten selbst regeln und bestimmen. Es ist wichtig, die Selbstverwaltung durch eine hohe Wahlbeteiligung zu legitimieren und zu st├Ąrken. Deshalb: W├Ąhlen Sie – uns!

Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung

Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen sowie die nach dem neuen Studiengang approbierten Psychotherapeut*innen sind Angeh├Ârige freier Berufe.

Mit dem Gedanken der Freiberuflichkeit ist die Selbstverwaltung als Organisationsprinzip untrennbar verbunden. Die Berufsaus├╝bung wird also nicht direkt von staatlichen Organen geregelt, sondern in Eigenverantwortung ÔÇô durch die Berufskammern und Verb├Ąnde sowie – in der ambulanten Gesundheitsversorgung ÔÇô die K├Ârperschaften von Kassen├Ąrztlichen Vereinigungen (KVen), Kassen├Ąrztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen. Die ├ťbertragung der Verantwortung auf die Berufsst├Ąnde beruht auf der Erkenntnis, dass die Probleml├Âsung durch die Sachkompetenz der freiberuflich T├Ątigen selbst die effektivste Form der Steuerung darstellt. Der Staat hat jedoch als letzte Instanz stets die Aufsicht ├╝ber die Kammern und alle weiteren Gremien der Selbstverwaltung. Man spricht daher auch von mittelbarer Staatsverwaltung.

Zwei Regelungskreise der Selbstverwaltung

Bei den Heilberufen gibt es zwei Regelungskreise der Selbstverwaltung und damit zwei grundlegende rechtliche Ebenen. Die Rahmenbedingungen f├╝r die psychotherapeutische Berufsaus├╝bung werden ├╝ber das Berufsrecht festgelegt, Regelungen zur T├Ątigkeit in kassenzugelassener Praxis und kassenfinanzierter station├Ąrer Behandlung sind im Sozialrecht festgeschrieben.

Die Psychotherapeutenkammern haben berufsrechtlich vom Gesetzgeber die Aufgaben ├╝bertragen bekommen, durch die Vertreterversammlung die Berufsordnung zu erlassen und rechtlich die Berufsaufsicht zu ├╝bernehmen. Das im Bundesland jeweils zust├Ąndige Gesundheits- beziehungsweise Sozialministerium hat dabei die Rechtsaufsicht – nicht jedoch die Fachaufsicht! – ├╝ber die Kammern.

Grunds├Ątzlich gelten f├╝r alle Heilberufe die Heilberufe-Kammergesetze (f├╝r die es l├Ąnderspezifisch unterschiedliche Bezeichnungsvarianten gibt: Kammergesetz f├╝r die Heilberufe, Kammergesetz, Heilberufsgesetz). Diese regeln durch ihre entsprechende Heilberufekammern die Berufsvertretungen, die berufliche Fort- und Weiterbildung sowie die Berufsordnung und die Berufsgerichtsbarkeit der Heilberufe. Dabei sind sie zust├Ąndig f├╝r die Psychologischen Psychotherapeut*innen und die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und zuk├╝nftig auch f├╝r die Psychotherapeut*innen und Fachpsychotherapeut*innen.

Das Berufsrecht der Psychotherapeut*innen, Psychologischen Psychotherapeut*innen sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen ist an unterschiedlichen Stellen formuliert: im Psychotherapeutengesetz, in verschiedenen Regelungen im B├╝rgerlichen Gesetzbuch, zum Beispiel ├╝ber die Festschreibung der Patientenrechte, auch im Strafgesetzbuch, vor allem jedoch in den Berufsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern.

Das Berufsrecht gilt f├╝r die Berufsaus├╝bung aller Kammermitglieder, ganz unabh├Ąngig von deren Arbeitsfeld.

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